Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland erklärt die AfD zur moralischen Unperson – pünktlich zum Wahlkampf. Ausgrenzung im Ton, Neutralität beim Geld: Die Kirchensteuer der „Falschwähler“ fließt weiter zuverlässig. Eine Kampagne, die weniger nach Evangelium klingt als nach Angst um finanzielle Privilegien.
Moral predigen, Beiträge kassieren
Pünktlich zum Wahlkampf erklärt die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland die AfD für unchristlich. Damit verlässt die Kirche endgültig den Raum seelsorgerischer Zurückhaltung und betritt offen die politische Bühne. Wer das falsche Kreuz auf dem Stimmzettel macht, gehört offenbar nicht mehr zur moralisch akzeptierten Herde.
An der Zahlungsfähigkeit dieser vermeintlich Unchristlichen ändert das freilich nichts. Ihre Kirchensteuer wird weiterhin geräuschlos vom Finanzamt eingezogen und von der Kirche ordnungsgemäß verbucht. Ausgrenzung im Wort, Verlässlichkeit beim Geld – eine bemerkenswerte Kombination christlicher Praxis.
Der Kern der Kampagne liegt weniger im Evangelium als im Etat. Die AfD stellt die staatlichen Leistungen an die Kirchen infrage und zielt damit direkt auf ein jahrzehntelang abgesichertes finanzielles Privileg. Plötzlich wird politisches Engagement zur Glaubensfrage.
Nächstenliebe, so scheint es, endet dort, wo sichere Einnahmen auf dem Spiel stehen. Wer zahlt, darf zwar bleiben – aber bitte ohne abweichende Überzeugungen. Die Botschaft dieser Kampagne ist eindeutig: Moralische Zugehörigkeit wird öffentlich als unchristlich bewertet, der Zahlungsstrom bleibt sakrosankt.
So wirkt die kirchliche Intervention weniger wie ein Akt christlicher Überzeugung als wie eine präventive Verteidigung eigener Interessen – mit moralischem Anstrich und steuerlicher Garantie.
Sein oder nicht sein...
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